Das neue Museum für zeitgenössische Kunst steht zeichenhaft für die kulturelle Modernisierung der spanischen Region Kastilien-León, die kaum Industrie und die geringste Bevölkerungsdichte Europas aufweist. In deutlichem Kontrast zum Gefüge der umgebenden Wohnhäuser, scheinbar fensterlos und introvertiert, steht der überwiegend mit weißlich schimmernden, transluzenten Gläsern verpackte Betonbau in der Peripherie Leóns, ohne seine Nutzung sofort zu verraten. Seine markante, eine Einbuchtung in der Gebäudeform umfassende Eingangsfassade aus farbigen Gläsern gibt Orientierung und wirkt als Markenzeichen des Museums. Zugleich bezieht sie sich auf das alte Wahrzeichen der Stadt: Für die Auswahl der Farbtöne wurden mit Computeranalysen 3351 verschiedene Farbtöne der Glasmosaike in den Fenstern der Kathedrale von León analysiert und eine Auswahl in verschiedenfarbige Gläser umgesetzt. Neben opaken Verglasungen aus farbig bedruckten Gläsern wurden durchsichtige VSG-Scheiben mit durchgefärbten Folien verwendet. Sieben schmale Türme mit doppelter Höhe akzentuieren den Baukörper und geben dem Museum einen städtischen Ausdruck. In unaufgeregter Formensprache nimmt sich das Gebäude gegenüber den ausgestellten Kunstwerken zurück und stellt mit seiner raffinierten Gebäudestruktur einen flexiblen Ausstellungsrahmen bereit.
