Pünktlich zu Beginn des Oktoberfests öffnete das neue Servicezentrum zu Füßen der Bavaria buchstäblich seine Tore: Drei gebäudehohe Hubtore markieren die Eingänge zu Polizei, Erste Hilfe und Festleitung. Dahinter verbergen sich außerdem: das Bayerische Rote Kreuz, die Stadtwerke, das Kreisverwaltungsreferat, die Feuerwehr, TÜV/LBK, ein Fundbüro sowie das Jugendamt. Das Gebäude ersetzt ein »dauerhaftes Provisorium« an der gleichen Stelle der sonst frei gehaltenen Theresienwiese. Dank der unbehandelten Kupferhaut, die sich im Lauf der Zeit grün färben wird, und der geringen Gebäudehöhe wird der einzige permanente Baukörper am Rand der Theresienhöhe auch nach dem Fest nur unauffällig in Erscheinung treten. Die hermetisch geschlossene Fassade ist Resultat der hohen Sicherheitsanforderungen, die nicht nur während der »Wiesn« zum Schutz vor Vandalismus nötig sind, sondern vor allem in der langen Zeit, in der das Gebäude vorwiegend leer stehen wird. Dann wird sich die Fassade in eine glatte, gänzlich geschlossene Hülle verwandeln. Doch der Schein trügt: Hinter Faltläden an den Stirnseiten verstecken sich Fensterbänder, im Süden öffnen sich die Hubtore zu großzügig verglasten Eingangsbereichen, Tapetentüren sind kaum sichtbar in die Fassade integriert, im Westen sind zum Hang hin vier vollverglaste Höfe in den Kubus eingeschnitten. Im Inneren ist der Bau überraschend gut belichtet, da die Verkleidung aus grobmaschigem Streckmetall zwar vor unerwünschten Einblicken schützt, aber Tageslicht in die dahinter liegenden Räume eindringen lässt. Wo eine Belichtung über die Fassade oder die Gartenhöfe nicht möglich war, sind Oberlichter in das Flachdach über den Fluren eingebracht. Die rund 400 Mitarbeiter des Servicezen-trums haben sich bereits häuslich eingerichtet. Die Höfe sind begrünt und mit Bierbänken und Sonnenschirmen ausgestattet und laden zum Entspannen ein. Sie stellen einen willkommenen Ausgleich zu den lärmenden Bierzelten dar.
