550 Kilo schwer, in kräftigem Rot und motorbetrieben: Die Tür des Museums Lothar Fischer im oberpfälzischen Neumarkt ist geschlossen ein von weitem sichtbares Erkennungszeichen; geöffnet steht sie, Besucher einladend, im Windfangbereich des Kunsthauses. Durch ihre Abmessungen, 3,70 Meter hoch und 3 Meter breit, und den danebenstehenden Schaltkasten mit Klingel, Lautsprecher und Briefschlitz wirkt der Eingang wie ein großes rotes Quadrat, das bündig in der überwiegend geschlossenen Fassade sitzt. Nur die beiden Skulpturen auf dem Vorplatz und das aus der Wand hervortretende Schaufenster deuten auf den Museumsinhalt hin. Ein Hochlastanker hält den Öffnungsflügel am oberen Ende, der Motor liegt versteckt im Fußboden eingelassen in der Drehachse. Mit einem Kran wurde die Tür an die Baustelle transportiert, hierfür sitzen an der Oberseite zwei Innengewinde für Ringschrauben. Die Konstruktion besteht aus verschweißten Hohlprofilen aus Aluminium, die mit dem farbigen Aluminiumblech beplankt sind. Auch im Museum finden sich vereinzelt farbliche Akzente im gleichen Rotton wieder. Was allerdings direkt mit den Kunstwerken in Zusammenhang steht, gibt sich so nüchtern und reduziert wie nur möglich und schafft auf diese zurückhaltende Art ein ruhiges Ambiente für die Exponate. Die Wände, nur mit einer weißen Hand-spachtelmasse versehen, geschliffen und lasiert, verbergen teilweise als Vorsatzschale ausgebildet die notwendigen Installationen. Auf abgehängte Decken konnte so verzichtet werden. Lüftungsschlitze tarnen sich als Schattenfugen zwischen Decke und Wand. Der fugen- und schwellenlose graue Fuß-boden wirkt in seiner Oberfläche plastisch, als würde er durch das Haus schwimmen. Die Beschichtung auf Zementbasis wurde in mehreren Lagen mit der Kelle aufgetragen und ist besonders pflegeleicht.
