Einfamilienhaus in Hegenlohe

Das Einfamilienhaus mit einer Wohnfläche von 290 m² für den Bauherrn und einer 35 m² großen Einliegerwohnung liegt im Naturschutzgebiet Mittlerer Schurwald in einem Neubaugebiet mit Satteldachhäusern. Forderung der Gemeinde war ein im Bebauungsplan vorgeschriebenes Satteldach mit einer Neigung von 20 bis 35 Grad und roter Ziegeldeckung. Um die angestrebte Energieversorgung ausschließlich aus regenerativen Energien zu realisieren, kamen 66 auf das Gebäuderaster abgestimmte Photovoltaikmodule zur Ausführung, die über der Dachfläche schweben. Eine anthrazitfarbene Betonsteindeckung stellte sich als wirtschaftliche Möglichkeit heraus, das Dach zu dichten und die PV Anlage zu installieren. Die Dimensionierung der Solarpaneele wurde aus den Berechnungen zum Strombedarf des Gebäudes ermittelt. Um die notwendige Fläche von 120 m² zu erreichen, wurde ein asymmetrisches Satteldach realisiert. Somit ergab sich eine große, 18° geneigte Dachfläche mit Süd-West-Ausrichtung. Der solar erzeugte Strom wird allerdings nicht direkt im Gebäude verwendet, sondern vollständig in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Die Einspeisevergütung ist im Erneuerbaren-Energien-Gesetz EEG geregelt und beträgt hier 0,452 Euro/kWh, das ist der dreifache Betrag des Strom-Bezugspreises. Die solare Deckung des Strombedarfs erfolgt nicht direkt physikalisch, sondern indirekt über die Jahresbilanz: Es wird diejenige Menge Solarstrom in das Netz eingespeist, die für die Versorgung des Gebäudes benötigt wird. Um die Effizienz der Wärmepumpe zu optimieren, sind im Erdreich zwei Erdsonden à 99 m installiert. Durch eine hochgedämmte Gebäudehülle in Kombination mit der sehr kompakten Bauweise (A/V-Verhältnis 0,58) wird ein spezifischer Heizwärmebedarf von ca. 40 kWh/m²a erreicht. Die Masse der Betonwände mit dem ebenfalls als Speicher wirksamen Hanggeschoss mindert die Temperaturspitzen und trägt dazu bei, dass im Gebäude auch im Sommer ein angenehmes Klima herrscht.

Einfamilienhaus in Hegenlohe
© Andreas Keller