Kinder mit Lern- und Sprachschwächen können in Förderschulen intensiver betreut werden, als es in normalen Klassengemeinschaften möglich ist. In Pulling bei Freising bietet das neue Schulzentrum 340 Kindern im Alter von 5 bis 16 Jahren individuelle Fördermöglichkeiten. Die unterschiedlichen Schulbereiche sind in einer modular aufgebauten Anlage zusammengefasst, die überschaubar gegliedert ist. Schachbrettartig sind die »Klassenhäuser« um Innenhöfe angeordnet, die sich zur Landschaft öffnen. Zwei parallele Flure verbinden als Hauptstraßen die Häuser. Von ihnen gelangen die Schüler über »Nebenstraßen« und »Vor-plätze« in die Klassenzimmer. Die unterschiedliche Farbgebung der Fassaden betont das Konzept der Einzelbaukörper, erleichtert die Orientierung und vermittelt den Kindern das Zugehörigkeitsgefühl zu ihrem Haus. Die kurze Planungs- und Bauzeit, vom Wettbewerbsgewinn im Februar 2000 bis zum Bezug im September 2002, zeichnete sich durch die gute Zusammenarbeit von Architekten, Projektsteuerer, Bauleitung und beteiligten Firmen aus. Trotz des engen Kostenrahmens wurde eine hohe Ausführungsqualität erreicht, die sich beispielhaft an den Fassaden zeigt. Da die Schule in der Einflugschneise des Münchner Flughafens liegt, waren Lärmschutzmaßnahmen für die Unterrichtsräume nötig. Die erforderlichen Lüftungsgeräte sind hinter horizontalen Holzleisten verborgen und so in die Fassade integriert. Sowohl die äußere Hülle aus Holz als auch die unverputzten Betonsteinwände des Innenausbaus machen die Bauweise ablesbar und regen die Kinder dazu an, die Materialien auch mit den Händen zu »begreifen«.
