Der monolithische Baukörper ist bis auf schmale Öffnungen an den Ecken völlig geschlossen. Den diagonal eingeschnittenen Eingang markiert die in das Gebäude eingezogene Außenwand. Sie leitet durch den zurückversetzten Windfang ins Innere. Rampe und Treppe führen hinab in den um einen Meter abgesenkten Ausstellungsraum, von dem der Seminarbereich und der Medienraum mit Glaswänden abgetrennt sind. Die Decke des 660 m² großen, stützenfreien
Innenraums wird geprägt von Stahlträgern, die dicht gereiht nebeneinander liegen. Die nur 15 cm schmalen Trägerzwischenräume filtern das Tageslicht, das durch das Glasdach aus kalt vorgebogenen Scheiben einfällt. Gleichzeitig erzeugt diese Struktur eine beklemmende Raumwirkung: Wie durch Gefängnisstäbe blickt man in den Himmel. Den Eindruck des Eingeschlossenseins verstärken die Wandoberflächen. Im Kontrast zu der reflektierenden, immateriell wirkenden Außenschale sind die innenseitigen tragenden Betonfertigteile rau und betonen die Massivität. Um diese texturierte Oberflächenstruktur zu erzielen, wurden die Schalungen mit einem säurehaltigen Kontaktverzögerer beschichtet und die noch nicht ausgehärtete Zementoberfläche am nächsten Tag ausgewaschen. Die Fugen zwischen den Fertigteilen sind im Inneren gut sichtbar und auf das Trägerraster abgestimmt. In der äußeren Vorsatzschale ist die Fugenanzahl dagegen durch Elementgrößen von 6,64 × 2,75 m reduziert und durch eingesetzte Silikonprofile optisch minimiert. Dies unterstreicht den monolithischen Charakter. Die zweischalige Bauweise ermöglichte zudem die präzise, scharfkantige Ausführung der äußeren Hülle. Nach der Montage wurde die Oberfläche der anthrazit durchgefärbten Außenschale vor Ort dreimal mit hochglänzender Hydrophobierung besprüht, um den reflektierenden Effekt zu realisieren.






