Nachdem beschlossen war, die bestehende Schule in Au zu erweitern, beauftragte der Primarschulrat zehn Architekturbüros mit Gutachten. Diesen Wettbewerb gewann Beat Consoni mit seinem Vorschlag, den Altbau abzureißen und ein prägnantes Schulhaus in Sichtbeton zu errichten, das sensibel auf die topographische Situation reagiert. Parallel zum Hang fügte er einen minimalistisch strengen Beton-Kubus ein, den eine Folge zugehöriger Außenräume umgibt. Die Fassaden sind je nach Orientierung unterschiedlich ausgebildet und verstärken den Gegensatz zwischen der freien Sicht über das Rheintal im Süden und dem steilen Hang im Norden. Über dem Eingang im Erdgeschoss kragen die beiden oberen Geschosse so aus, dass ein überdeckter Vorplatz entsteht. Ein stützenfreies Panoramafenster im Süden reicht fast über die gesamte Länge des Baukörpers. Der Gang dahinter erschließt das Erdgeschoss mit Lehrerzimmer, Nassräumen und einem Mehrzweckraum mit Bühne, der in voller Breite zum Flur geöffnet werden kann. Eine einläufige, quer im Gebäude liegende Treppe am Ende des Gangs führt ins Untergeschoss mit Werkraum und Nebenräumen sowie in die beiden identischen Obergeschosse mit Klassenräumen. Die Erschließung wechselt dort auf die Nordseite, die Klassen orientieren sich mit durchlaufenden Fensterbändern nach Süden. Die Flure im Norden dagegen öffnen sich nur über schmale Oberlichtbänder nach außen sowie über einige Fensterschlitze bei den in die Garderobenschränke integrierten Arbeitstischen. Am westlichen Gebäudeende liegen »gedrehte«, zur Stirnseite orientierte Klassenräume mit Fensterbändern über die gesamte Fassadenbreite.
