Der neben einer Kirche von Clemens Holzmeister aus den 20er-Jahren gelegene Friedhof wurde erweitert und um eine kleine Totenkapelle ergänzt. Die Zugangsrampe und ein Durchgang setzen die Erweiterung respektvoll vom alten Friedhof ab. Für die Aussegnungskapelle und die Einfriedung der Kiesfläche wählten die Architekten eine Stampflehmkonstruktion. In spannungsvollem Kontrast zur minimalistisch klaren Form des kleinen Bauwerks steht die lebendige Textur des Materials. Die zurückhaltende, einfache Geometrie der ockerfarbenen Kuben entfaltet eine erstaunliche plastische Kraft. Das lebhafte Farbspiel der einzelnen Lehmlagen verstärkt die sinnliche Ausstrahlung der Oberflächen. Im Innenraum der Kapelle genügt ein vertikal in die Wand eingelegtes Eichenholz, um zusammen mit der Schichtung eine Kreuzform anzudeuten. Durch eine schlitzförmige Öffnung im Dach fällt Streiflicht auf die Rückwand, ein seitlicher Lichtschlitz direkt über dem Boden relativiert die Schwere der Lehmwände.
