Markthalle in Aarau

Seit vor über 20 Jahren Teile der innerstädtischen Gewerbebauten in Aarau abgerissen wurden, war die städtebauliche Situation am Färberplatz räumlich ungeklärt. Die große Freifläche inmitten der Altstadt war lediglich Verkehrsfläche ohne definierte Nutzung. Entgegen den Vorstellungen der Stadt, die eine partielle Überdachung als Wettbewerb ausgeschrieben hatte, schlugen die Basler Architekten Quintus Miller und Paola Maranta eine flachgedeckte Hallenkonstruktion vor. Diese fügt sich präzise in die umgebende Bebauung und definiert im Norden einen klar gefassten Platz. Der sensible Umgang mit der städtbaulichen Situation spiegelt sich auch in der Materialwahl und der Fassadengestaltung wider. Die Halle ist ein reiner Holzbau, bei dem Tragwerk und architektonischer Ausdruck eine Einheit bilden. Rahmen als konstruktives und gestalterisches Gerüst erscheinen außen als schmale Lamellen, die die Fassaden markant rhytmisieren und sich als Dachtragwerk fortsetzen. Ausgesteift wird die Konstruktion durch die steifen Rahmenecken, die Scheibenwirkung von Dachschalung und Innenverkleidung sowie einen horizontal umlaufenden Gurt, der zudem die Knicklänge der Fassadenstützen halbiert. Die Attika des Flachdachs ist zurückgesetzt, so erscheint der Dachrand sehr schmal und stört das einheitliche Gesamtbild nicht. Der Lasur der Holzlamellen sind Kupferpigmente beigemischt, die der Konstruktion einen leichten Bronzeton geben.

Markthalle in Aarau
© Ruedi Walti