Einfamilienhaus in Mont-Malmedy

Das Privathaus in der Nähe eines Natur-schutzgebiets in den Ardennen dient einer sechsköpfigen Familie als Zweitwohnsitz. Es steht am Rande eines kleinen Ortes gegenüber einem alten Bauernhof und ist als ergänzendes Nebengebäude konzipiert. Die Reduktion auf einfachste Grundformen und wenige Materialien macht den schmalen, langen Baukörper jedoch zu einem eigenständigen, starken Gebäude. Eine die Stirnseite des Wohnhauses verlängernde Mauer aus Sandschiefer-Bruchsteinen unterstützt diesen Eindruck. Aus dem gleichen Material besteht die Außenhaut des Gebäudekubus. Die rötlich getönten, bruchrauen schiefrigen Sandsteine stammen aus einem nahe gelegenen Steinbruch. Kleine, tief in die Fassade geschnittene Fenster, unbehandelte Betonoberflächen rund um das kupferne Schiebetor und das steile kupfergedeckte Dach ergänzen die lebhafte Hülle des Privathauses. Mit der Zeit werden Kupfer und Sandschiefer den Beton allmählich einfärben. Angelehnt an ländliche Bauformen bilden Haus, Durchfahrt und Mauer zum Garten hin einen wind- und sichtgeschützten Hof, der durch ein kleines Gartenhäuschen abgeschlossen wird. Die großzügigen Fensterflächen des zentralen Wohnraums öffnen das Innere des Einfamilienhauses zu dem weitläufigen Grundstück. Um den großen Wohn- und Essbereich gruppieren sich weitere Räume auf zwei Ebenen. Der Übergang zu den privaten Bereichen geschieht fließend und ohne Innentüren. Die verschiedenen Nutzungsbereiche werden räumlich lediglich durch eingestellte Wände voneinander abgegrenzt. Die beiden einläufigen Treppen führen den Fußbodenbelag des Wohnraums in das obere Geschoss fort. Eine zusätzliche Zonierung findet über die Größe und Tiefe der Fensteröffnungen statt, die, je privater der Bereich, umso kleiner und tiefer erscheinen. Zwischen dem glatt weiß gespachtelten, geborgenen Inneren und dem rauen, grob geschlagenen Äußeren des Gebäudes entsteht ein spannungsvoller Kontrast.

Einfamilienhaus in Mont-Malmedy
© Jean-Luc Deru