9 × 9 × 6 m Raumvolumen und ein symmetrisches Zeltdach: Mit diesen Vorgaben schien das Erscheinungsbild des Einfamilienhauses bereits vorbestimmt zu sein. Dass daraus dennoch außergewöhnliche Architektur entstehen kann, ist nicht zuletzt dem Gestaltungswillen des Architekten zu verdanken, der auch juristische Schritte nicht scheute, um seinen Entwurf umzusetzen. Das Haus hat den Charakter einer bewohnbaren Skulptur, geprägt von »Gabionen«, mit Bruchstein gefüllten Drahtkörben. Inspiriert vom Weingut im Napa Valley von Herzog & de Meuron wurde die Gabionenfassade hier als Hängekonstruktion ausgeführt und auch über die Dachflächen weitergeführt. Um die plastische Erscheinung nicht durch Rinnen und Fallrohre zu stören, läuft das Regenwasser auf einer Dichtungsbahn unterhalb der Steinschicht ab. Jeder Korb ist einzeln demontierbar, wiegt um die 80 kg und wurde von Architekten, Bauherrn und Handwerkern von Hand befüllt. Die Konstruktion fungiert mit ihren 40 t Speichermasse im Winter als Kälte- und im Sommer als Wärmepuffer. Finanzierbar war das Projekt nur durch ein »Sponsorship« vieler ausführender Firmen, die am Entwicklungsprozess beteiligt waren. Auch im Inneren bleibt das Haus unkonventionell: Sichtverbindungen zwischen allen Ebenen lassen das relativ kleine Volumen großzügig erscheinen – es entsteht eine fließende Raumfolge.
