Filmmuseum in Porto

Das dem Regisseur Manoel de Oliveira gewidmete Filmmuseum in Porto erinnert in seiner Form an eine Kamera. Wie zwei große Objektive wirken die beiden auskragenden Erker des »Hauses für den Film«, das auf einer kleinen Anhöhe im Zentrum der portugiesischen Hafenstadt steht. Aufgrund der nahen und hohen Nachbarbebauung – nur 35 Meter entfernt befinden sich zwei 15-geschossige Wohntürme – sind die »Objektive« so ausgerichtet, dass Blickbezüge zum Meer und dem Fluss Douro möglich sind. Auch die Dachneigung ist dementsprechend orientiert: Die nach innen gefaltete Ost-West-Diagonale des Daches fällt in diese Richtung ab. Das Filmmuseum nimmt die kubischen Formen der Nachbarbebauung auf, durchbricht deren Orthogonalität jedoch mit seiner expressiven Erscheinung. Im Gebäude befinden sich ein Dokumentationszentrum im Untergeschoss, ein Auditorium mit Eingangshalle im Erdgeschoss sowie eine Bibliothek mit Besprechungsräumen im oberen Stockwerk. Die Bibliothek ist in drei Bereiche unterteilt. Die beiden auskragenden, geschosshoch verglasten Räume mit weitem Ausblick dienen für Besprechungen. Die mittlere Zone bietet Arbeitsplätze für die Recherche. Die unterschiedlichen Grundrisse der Geschosse reagieren auf die Umgebung und das Gelände. Südlich des Grundstücks liegt einige Meter tiefer eine Straße. Eine Rampe führt die Besucher nach oben. Sie ist in Sichtbeton belassen und bildet aufgrund der hellgrauen Farbe auch optisch eine Verbindung zum Gebäude, dessen Obergeschoss verputzt und in einem dunklen Grauton gestrichen ist. Die skulpturale Form dieses Geschosses wird durch das Erdgeschoss betont, dessen Verkleidung mit unbehandelten Aluminiumplatten wie ein Sockel wirkt. Im Kontrast zu der eher dunklen Putzfassade stehen die hellen, warmen Baustoffe der Innenräume. Die weiß verputzten Wände harmonieren mit den dunkelbraunen Fichtenböden und dem grauen Mamorbelag der Eingangshalle und des Treppenhauses.

Filmmuseum in Porto
© Christian Richters