Das Konzentrationslager Vught war das größte der SS unterstellte Lager auf dem Gebiet der im Zweiten Weltkrieg besetzten Niederlande. Zwischen 1943 und 1944 waren hier mehr als 31.000 Menschen interniert. Nach dem Krieg befanden sich auf dem 35 ha großen Areal ein Hochsicherheitsgefängnis und ein Stützpunkt der niederländischen Armee. Anfang der 90er-Jahre wurde auf dem Gelände eine Gedenkstätte errichtet. Diese erweiterte man nun um ein Dokumentationszentrum, das gleichzeitig Museum und Eingang für das teilweise rekonstruierte Lagergelände ist. Der Museumsbau gibt sich in seiner klaren Formensprache eindeutig als neuer Zubau zu erkennen. Der lang gestreckte Baukörper mit wenigen außenbündigen Fenstern lebt von der vorgeblendeten, horizontal gegliederten Fassade. Handgefertigte Terracotta-Riemchen und leicht zurückversetzte, weiß überputzte Ziegel bilden ein feines, das gesamte Gebäude umlaufendes Streifenmuster. Den Eingang markiert ein mächtiges Vordach aus sandgestrahltem Beton. Der monolithische Baukörper umschließt im Inneren unterschiedlichste, ohne Zwischenflure direkt miteinander verbundene Räume. Je nach Funktion, Grundfläche und Lichtverhältnissen sind die einzelnen Bereiche des Museums gemäß der Raumplan-Idee von Adolf Loos verschieden hoch angelegt.
