Dessen verstorbenem Sohn Andrea ist es zu verdanken, dass sich das Anwesen heute mit neuem Leben füllt. Auf dem Grundstück entstand ein Seminarzentrum für Künste, Wissenschaft und Handwerk der von ihm testamentarisch verfügten Stiftung. Die ETH Zürich beteiligte sich an der Finanzierung und nutzt jetzt die Räume zusammen mit den Bewohnern des Umlandes. Die Villa aus dem Ende des 19. Jahrhunderts wurde sorgfältig saniert. Im nördlichen Bereich wich eine ehemalige Scheune einem neuen Wohnbau. In Anlehnung an norditalienische Vogeltürme, die »Roccoli«, streckt er sich aus der Gartenmauer in Richtung Himmel. Es entstand ein eigenständiger Baukörper, der in seiner Farbigkeit, seinen Oberflächen und seiner Haltung einen geglückten Dialog mit der Umgebung eingeht.
Die Außenwände des »Roccolo« bestehen aus Sichtbeton. Gedämmt ist die Konstruktion von innen mit Schaumglas. Um die Oberfläche lebendiger zu gestalten, wurden die Betonwände kurz nach dem Ausschalen mit Wasserhochdruck abgespritzt. Quadratische Öffnungen sind unregelmäßig in die Fassade eingesetzt und werden mit ausstellbaren Lärchenläden verschattet. Der Beton wird langsam von Moos bewachsen, die Lärchenläden vergrauen und so wird der ganze Körper mit der Zeit im Dorf festwachsen. Die Eingangshalle des Wohnhauses betritt der Besucher von Süden her. Die angrenzende Stube orientiert sich mit einer großen Öffnung zum Garten. In den versetzt angeordneten Geschossen befinden sich die Zimmer. Im Wechsel mit Sitznischen reihen sie sich um die zentrale Treppe. Ganz oben angelangt im Kaminzimmer, wird der Gast mit einem grandiosen Ausblick über das Tal belohnt.
Semper konnte eine solche Aussicht nicht genießen – er reiste nie nach Castasegna.






