Fakultätsbibliothek in Zürich

Damit die juristischen Fakultäten der Universität Zürich im Stadtzentrum unter einem gemeinsamen Dach zusammengeführt werden konnten, wurde ein 1908 erbautes, ehemaliges Laborgebäude umgestaltet und die juristische Fachbibliothek ausgebaut. Ein winkelförmiger niedrigerer Anbau aus den 20er-Jahren erhielt einen Dachaufbau aus Glas und Stahl, der Verwaltung, Bücher und Leseräume aufnimmt. Die Fakultätsräume befinden sich in den historischen Gebäudeflügeln, die einen zentralen Innenhof umschließen. In diesen ist auf Stahlstützen die neue Bibliothek eingestellt. Elliptisch verlaufende Galerien mit Leseplätzen umfassen den Luftraum, der durch alle sechs Geschosse bis unter eine glasgedeckte Kuppelkonstruktion reicht. Das 34 Meter lange und 15 Meter breite Glasdach bringt Licht bis in die unteren Geschosse. Im Sommer verschattet ein in die Kuppel integriertes, hydraulisch verstellbares Lamellensystem den Raum. Entlang der hölzernen Galeriebrüstungen reihen sich die Leseplätze, mit Blick auf die gegenüberliegenden Galerien. Rückwärtig läuft ein Bücherregal um – als Raumabschluss zu vier kleineren Lufträumen in den Ecken des zentralen Hofs, die den Altbau mit Tageslicht versorgen. Die Stahlkonstruktion der Kuppel ist an den Enden auf jeweils zwei Punkten statisch bestimmt gelagert. Der mittig längs verlaufende gebogene Kastenträger aus verschweißten Blechen stützt sich an den Enden auf die Auflagerjoche ab. Die unterschiedlich gekrümmten Querrippen werden am unteren Ende von einem gebogenen Stahlrohr gehalten. Die gesamte Stahlstruktur der Kuppel ist als Schweißkonstruktion auf der Baustelle aus vorgefertigten Elementen gefügt. Die Beschattungsanlage besteht aus zwei symmetrisch angeordneten Lamellenfaltwerken, die über hydraulische Zylinder angetrieben werden. Die Kuppelverglasung mit einer Fläche von 712 m² ist mit einem weiterentwickelten Pfosten-Riegel-System mit Zweistufenentwässerung montiert. Dreieckige, gebogene Riegelprofile ermöglichen optimalen Lichteinfall.

Fakultätsbibliothek in Zürich
© Monika Nikolic/artur