Die Stuttgarter Halbhöhenlage an der Grenze vom Wald zu den Weinbergen ist ein bevorzugtes Wohngebiet mit herrlicher Aussicht. Durch das Abtragen des Walmdaches und die Aufstockung des hier in den 50er-Jahren mit sparsamen Mitteln errichteten Mehrfamilienhauses gelang es, eine über der Stadt schwebende Plattform zu realisieren, bei der Abstandsflächen und die Forderungen der Baubehörde nach einem Staffelgeschoss berücksichtigt sind. Die umlaufende Verglasung vermittelt selbst im Innenraum den Eindruck einer offenen Dachterrasse. Einblicke von außen sind aufgrund der Hanglage nur begrenzt möglich. Sechs 1,90 m breite außen liegende Schiebetüren aus unbehandeltem Aluminium gewährleisten die schwellenlose Verbindung nach außen und sorgen für ausreichende Querlüftung, die im Sommer eine schnelle Auskühlung des Leichtbaus ermöglicht. Im Winter bleiben die Schiebetüren geschlossen, die Lüftung erfolgt dann über eine kontrollierte Lüftungsanlage, um Wärmeverluste zu minimieren. Das bestehende 2. Obergeschoss liegt über zwei Geschossen aus Einzimmerwohnungen mit Laubengangerschließung, die von einer Schottenstruktur im Raster von 3,75 m geprägt sind. Es kann als zuschaltbare Fläche funktional zur Dachwohnung hinzugenommen oder getrennt als Büro genutzt werden. Über eine außenliegende Spindeltreppe werden das Büro und die Dachwohnung von den Appartements getrennt erschlossen. Die Gesamtmaßnahme umfasst eine Sanierung des Gebäudes und der Balkone, bei der die Geländer erneuert wurden und der Putz vollständig entfernt und durch eingefärbten Kratzputz ersetzt wurde. Bei den Neubaumaßnahmen musste auf geringes Gewicht geachtet werden, die Minimalkonstruktion besteht aus industriellen Halbzeugen: Stahlprofile als Fassadenpfosten tragen gleichzeitig das Dach, dessen Untersicht von einem über 6 m frei spannenden Trapezblech gebildet wird. Durch das schubfeste Vernieten der 75 cm breiten Bleche an den Stößen entsteht eine steife horizontale Dachscheibe, die ringsum auf einem L-förmigen Randträger aufliegt.
