Jugendateliers in Mouans-Sartoux

Ende der 80er-Jahre hatte die Gemeinde das Schloss in dem französischen Städtchen in der Nähe von Cannes gekauft und darin 1990 das Museum für Konkrete Kunst eingerichtet. Die Jugendateliers des Museums »L‘Espace de l‘Art Concret« sind auf Initiative des Bürgermeisters und des Künstlers Gottfried Honegger entstanden. Das zusätzliche Raumprogramm, das Kindern und Jugendlichen ermöglicht, durch theoretischen Unterricht und das Experimentieren mit verschiedenen Techniken ihren Blick für Kunst schulen zu können, sollte zunächst im Schloss untergebracht werden. Der dafür vorgesehene Raum erwies sich schon bald als zu klein und der Architekt und Bühnenbildner Marc Barani entwickelte eine Erweiterung bestehend aus drei Elementen: eine runde Freibühne für Theateraufführungen und Konzerte am Fuße der Schlossmauer, einen Werkhof im Wald, der für Bildhauerei genutzt wird sowie das Ateliergebäude mit unterschiedlichen Werkstätten. Vom Schloss her kommend bildet das Dach des in den Hang gegrabenen Quaders eine Aussichtsterrasse mit Blick auf den Schlosspark und den Wald. Umlaufende Geländer und Sitzstufen aus Hartholz und ein mit Wasser gefülltes Becken laden zum Verweilen ein. Zum Eingang der Ateliers steigt man eine Treppe hinunter, die wie eine Trennfuge zwischen dem Neubau und der alten Schlossmauer liegt. Der Eingangsbereich ist zur Theaterbühne hin großzügig verglast und bezieht so den vorgelagerten Freibereich ins Gebäude mit ein. Kleine schießschartenartige Öffnungen akzentuieren die zum Wald hin gewandte Fassade. Unterschiedliche Abstände und Ebenen der Schalungsbretter führten zu der rauen Textur dieser Sichtbetonoberfläche, die den Dialog zwischen dem Neubau mit dem historischen Bruchsteinmauerwerk der Schlossmauer unterstreicht. Trotz dieser weitgehend geschlossenen Außenwände wirken die Innenräume hell, denn durch eine Fläche aus Glasbausteinen und den Glasboden des Wasserbeckens auf der Dachterrasse fällt Licht in die hinteren Bereiche der Malerateliers.

Jugendateliers in Mouans-Sartoux
© Serge Demailly