Das kleine Dorf Paspels, ca. 20 km südlich von Chur, hat die Schweizer Architekturlandschaft mit dem Bau seines neuen Oberstufenschulhauses um ein bemerkenswertes Beispiel des modernen Bauens in den Alpen bereichert. Obwohl sich das Bündner Land in den letzten Jahren des öfteren durch herausragende Architektur einen Namen gemacht hat, versetzt einen ein solches Bauwerk in Staunen. So hätte man in einem so malerischen Umfeld auch ein entsprechend malerisches Gebäude erwartet, geschmückt mit den bäuerlichen Attributen der umgebenden Bebauung. Hinter der verblüffenden Einfachheit und Klarheit des von Valerio Olgiati entworfenen Schulhauses vermutet man als Bauherrn nicht unbedingt ein kleines Bergdorf mit 400 Einwohnern. Doch vielleicht liegt gerade darin der Trugschluss. Hat nicht der Bewohner eines solchen Ortes einen sehr viel klareren – und nicht verklärten – Blick bei der Gestaltung seiner unmittelbaren Umgebung? Spiegelt sich in der Entscheidung zu diesem Schulhaus nicht ein gesundes Maß an Pragmatismus, aber auch an Mut wider?
