Das frühere herrschaftliche Anwesen »Señiorío de Arínzano« in der spanischen Region Navarra wurde 1989 von einer traditionsreichen Winzerfamilie erworben. Auf dem Grundstück befand sich eine Ansammlung frei stehender, historischer Gebäude. Drei davon sind erhalten und in den Entwurf des Weinguts eingebunden: Der mittelalterliche Turm dient nun als Haus des Verwalters, die neoklassizistische Kapelle aus dem 19. Jahrhundert wurde restauriert, und der ehemalige Zweitwohnsitz beherbergt heute Gäste. Die neuen, langgestreckten Gebäude umfassen den Bestand von drei Seiten, ihre Abfolge richtet sich nach dem Herstellungsverfahren des Weines: Die Trauben werden im Nordosten angeliefert und in der anschließenden Halle gepresst. Hier besteht das Dach aus fünf aneinandergereihten, schmalen, über den Vorplatz auskragenden Satteldächern. Die Gärung der Trauben erfolgt in einem kleineren quadratischen Raum, in den durch einen pultartigen Dachaufbau Licht einfällt. Eine lange Halle zum Reifen der Weine verbindet schließlich den nördlichen Flügel mit Verwaltung und Probiersaal im Süden. Durch die Halle führt ein Steg über die Eichenfässer hinweg. Er liegt auf Betonstützen auf, von denen wiederum je vier Pfosten astartig herauszuwachsen scheinen. Sie tragen das mit Kupferblech gedeckte Satteldach und gliedern so den hohen Raum.
