Der neue Sitz eines Büros für technisch anspruchsvolles Industriedesign im niederländischen Enschede kombiniert aktuelle Solartechnik mit einer unverwechselbaren Erscheinung: Ein hoher, mit Schallschutzverglasung versehener Gebäudeteil schirmt die Entwurfsstudios vom Lärm der benachbarten Bahngleise ab und dient gleichzeitig als Werbefläche. Im Innern verbindet ein Luftraum zwischen hohem und niedrigem Trakt alle angrenzenden Ebenen, mit direktem Kontakt zu den offenen, flexibel nutzbaren Studios. Die sichtbare Stahlkonstruktion gibt dem Gebäude eine technische Ausstrahlung, ebenso das unverkleidete, aus akustischen Gründen perforierte Trapezblech der Deckenkonstruktion. Die charakteristische Gebäudeform ist auch Bestandteil des Energiekonzepts: Warme Luft steigt ohne zusätzlichen Energieeinsatz in den oberen Teil des Atriums und wird dort der Lüftungsanlage auf dem Dach zur Wärmerückgewinnung zugeführt. An diese sind mikroperforierte, textile Ventilationsschläuche angeschlossen, die die Entwurfsstudios sowie den hohen Gebäudeteil mit Frischluft versorgen. Unzählige, kleine Austrittsöffnungen gewährleisten zugfreien Luftaustausch mit niedrigen Luftgeschwindigkeiten. Um den Heizbedarf möglichst niedrig zu halten, kann die Lüftungsanlage den kompletten Luftwechsel übernehmen. Auf Wunsch der Nutzer sind die Fenster auch manuell zu öffnen. Im Winter wird die Frischluft mittels Abluftwärmetauschern vorgewärmt, im Sommer mit Hilfe von Grundwasser gekühlt. 24 Grundwassersonden liefern über eine Wärmepumpe thermische Energie für die großflächige Niedrig-temperatur-Fußbodenheizung. Im Sommer wird dieses System auch zur Kühlung genutzt. Abgesehen vom Strom zum Betreiben der Pumpen und Kompressoren wird keinerlei Energie von außen zum Heizen und Kühlen des Gebäudes benötigt – mit einem Kilowatt elektrischer Energie gewinnt die Anlage bis zu fünf Kilowatt thermische Energie. Zudem wird die Abwärme der Gebäudetechnik in das System zurückgeführt.
