Aussegnungshalle in München-Riem

Das Umfeld der Friedhofsanlage ist geprägt von der weitläufigen Ebene des ehemaligen Flughafengeländes und der bei Fön deutlich sichtbaren Alpensilhouette am Horizont. Wichtigstes Ziel bei dieser Erweiterung um ca. 5600 Grabstellen und eine Aussegnungshalle war die Integration in den neuen Landschaftspark der westlich gelegenen Messestadt. Die 13 Hektar umfassende Fläche wurde auf vier erhöhte, durch Böschungen und Bruchsteinmauern abgegrenzte Inseln aufgeteilt. In spannungsreichem Kontrast dazu – jedoch unter Verwendung derselben Materialien – stehen die Bauten für die Aussegnungshalle mit ihren angegliederten Funktionsbereichen. Eine Bruchsteinmauer fasst diese differenzierte Abfolge aus Räumen und Höfen zu einem klar definierten Gefüge zusammen, das die Breite und die Blickachsen des bestehenden Friedhofsareals auf der gegenüberliegenden Straßenseite aufnimmt und so eine räumliche Verbindung über die viel befahrene Schneise hinweg herstellt. Senkrecht zur Achse, die vom alten zum neuen Friedhof verläuft und zum Holzkreuz führt, überdeckt ein bergendes Betondach den Innenhof und wirkt gleichzeitig als symbolhaftes Portal in eine andere Welt. Städtebaulich wirkt diese großmaßstäbliche Geste mit dem zur Straße hin vorgelagerten Glockenturm als Orientierungspunkt in der kleinteilig bebauten Umgebung mit Einfamilienhäusern und Schrebergärten und als Gegengewicht zum entfernteren Messe- bzw. Flughafenturm.

Aussegnungshalle in München-Riem
© Michael Heinrich