Namur, am Zusammenfluss von Sambre und Meuse gelegen, wurde erst im Jahre 1986 zur Hauptstadt Walloniens erkoren; eine der drei Regionen Belgiens, die nur dreieinhalb Millionen Einwohner zählt. Die Verwandlung der Stadt in ein administratives Zentrum führte zu einem regen Baubetrieb: So stand der Neubau von Ministerien ebenso auf dem Plan wie die Sanierung historisch bedeutender Gebäude, die Errichtung von Fußgängerzonen oder der Ausbau der städtischen Infrastruktur. Die Hauptstadt rühmt sich, bereits 125 Millionen Euro für ihre Bauwerke ausgegeben zu haben. Ein Teil dieses Geldes floss in die Realisierung eines 1996 ausgeschriebenen städtebaulichen Wettbewerbs, der Ideen zur Aufwertung der öffentlichen Räume in der Altstadt liefern sollte. Besonders zu berücksichtigen waren dabei die stark befahrene Hauptachse zwischen den beiden Bahnhöfen im Norden und Süden, sowie die zum Teil stark durch den Autoverkehr beeinträchtigten städtischen Plätze. Auch die Place d‘Armes, vor dem ersten Weltkrieg noch bedeutender Rathausplatz, war über die Jahre zu einem herkömmlichen Parkplatz verkümmert.
