Im Rahmen der Automatisierung ihrer circa 620 Regionalbahnhöfe entwickelte die Schweizer Bundesbahn SBB in einem mehrstufigen Wettbewerb ein umfassendes Modernisierungs- und Neugestaltungskonzept. Ziel der Umstrukturierung ist der Übergang von bedienten zu unbedienten Stationen, wobei die Sicherheit und das subjektive Wohlgefühl der Bahnkunden sowie die Funktionalität und die gestalterische Einheit aller Bahnstationen im Vordergrund stehen. Dafür wurden standardisierte Kernelemente für eine Infowand, einen Warteraum und einen Fahrradunterstand entworfen, die den jeweiligen Gegebenheiten vor Ort angepasst und bei Bedarf erweitert werden können. Ein so genannter »Railbeam« ergänzt das Ensemble und markiert als metallene, nachts beleuchtete Säule den Eingang zum Bahnhof. Die Haltestelle Muntelier-Löwenberg liegt im Grünen an der einspurigen Strecke zwischen Kerzers und Murten im Kanton Fribourg. Die Grundmodule dieser ersten im Lauf der Neugestaltung fertig gestellten Station sind raumbildend angeordnet und ergänzen sich funktional. Die eingesetzten gestalterischen Mittel sind bewusst reduziert, die Kuben klar und ohne unnötige Versprünge und Materialwechsel gehalten. Glas, Aluminium und Sichtbeton prägen das Erscheinungsbild, dessen lineare Strenge die farblichen Bildtafeln und Schriftfelder in den SBB-Firmenfarben rot und blau auflockern. Die verwendeten Materialien sind zeitlos und bieten wenig Angriffsfläche für Randalierer und Sprayer. Eine umfassende flächige, meist indirekte Beleuchtung der Baukörper und Wege sorgt auch nachts für die Sicherheit der Bahnkunden. Das Gesamtkonzept schließt die Gestaltung der Freiflächen sowie Stadtmöbel wie Sitzgelegenheiten und Abfallbehälter mit ein.
