Das umgestaltete Universitätsgebäude liegt auf einem Campus in Nanterre, nordöstlich von Paris. Die Bausubstanz aus den 60er-Jahren bot vor dem Eingriff überwiegend karg ausgestattete, düstere Räume ohne Tageslicht. Nun strömt Licht dank zahlreicher Maßnahmen auch in die tiefen Räume. Der von einem Concierge kontrollierte Eingangsbereich soll zum kritischen sozialen Umfeld Distanz schaffen; er wurde mit einem großen, raumgreifenden Möbel ausgestaltet. Die Holzoberfläche der Empfangstheke zieht sich wie ein Teppich aus Parkett durch den Raum und schiebt sich unter ein ebenfalls hölzernes Info- und Sitzmöbel. Die Decke des lang gestreckten Eingangsraums verläuft schräg und lenkt den Besucher so in die große, als Verteiler dienende Haupthalle. Wie in allen Räumen wird auch hier die Decke wie ein Möbel behandelt und greift über Abhängungen und Oberlichter dreidimensional in den Raum ein. In die Stahlbetonrippendecke der 10 Meter tiefen und 70 Meter langen, dunklen Halle brachen die Architekten Öffnungen und verwandelten sie in Lichtboxen: In den Raum ragende Elemente aus Polycarbonatplatten werden selbst zu Leuchtkörpern. Nachts sind sie von nicht sichtbaren Lampen erleuchtet, die im Außenbereich angebracht sind. Zusätzliche, in die abgehängte Decke integrierte Lichtelemente gliedern den Raum und markieren die Bewegungszone und die Eingänge zu den Hörsälen. Spiegel an den Wänden und der glatte, helle Marmorboden verstärken die Wirkung des Tageslichts ebenso wie die im Licht changierenden farbigen Wände.
