Apotheke in Aspern

Innerhalb der kleinteiligen, geschlossenen Bebauung des alten Asperner Ortskerns im 22. Wiener Gemeindebezirk entstand nach Abriss des Bestandes ein freies, durchbindendes Grundstück. Die Frequentierung der Straßenzüge bestimmte die Ausrichtung: Der Kundeneingang liegt an der Hauptstraße, während Mitarbeiter und Lieferanten das Gebäude von der Rückseite betreten. Die gegenüber liegenden Fronten verbindet eine offene Raumsequenz, welche die Höfe gleich Innenräumen in das transparente Organisations- und Raumsystem integriert: Licht, Natur und Außenbezug bestimmen das Gesamtkonzept. Eine Sichtbetondecke legt sich über die Raumstruktur und findet in den aufgebogenen Enden an den Straßenseiten ihren Abschluss. Ihre Neigung nimmt die der traufständigen Satteldächer der Nachbarhäuser auf und bildet die massive Brüstung der Dachterrasse. Die Fertigteile dieser Brüstung wirken als Überzüge und ermöglichen über 15 m eine stützenfreie Fassade. Die geschosshohe Verglasung lässt freien Einblick in Innen- und Außenräume, vermittelt dem Flaneur Transparenz und dem Besucher Orientierung. Die Offenheit erzeugt Tageszeit abhängige Erscheinungsbilder: Durchsicht am Tag wandelt sich in der Dämmerung zum Einblick in eine Galerie mit Lichtskulpturen, die bei Nacht einem »Bühnenraum« gleich durch einen Vorhang geschlossen wird. Am Morgen öffnet sich dieser dem Kunden, der über einen schmalen Vorplatz die Apotheke betritt, um beim Durchschreiten des Raumes selbst zum Akteur zu werden.

Apotheke in Aspern
© Margherita Spiluttini