Ladenpassage Fünf Höfe in München

Die Hypovereinsbank, der frühere Eigentümer des innerstädtischen Gebäudeblocks, entschloss sich, die langjährige ausschließliche Nutzung durch die Bank aufzuheben und mit einem Wettbewerb zu klären, wie das Areal für das urbane Leben geöffnet werden kann. Die Architekten Herzog & de Meuron nahmen in ihrem Entwurf die Typologien der angrenzenden Bebauung auf und verbanden die Parzellenstruktur der Altstadt mit dem größeren Maßstab der benachbarten Residenz mit ihren charakteristischen Innenhöfen. Diese nach oben offenen Höfe bilden das Leitmotiv für ihre Neuinterpretation der Ladenpassage. Eine abwechslungsreiche Folge unterschiedlichster Raumqualitäten öffnet nun netzartig die kompakte Blockstruktur. Die Fußgänger bewegen sich in einem ruhigen Einkaufsbereich, dessen urbaner Charakter durch Cafés, Kultureinrichtungen und Erholungsräume intensiviert wird. Die Gesamtfläche des Areals umfasst rund 24.000 m², davon entfallen 5.000 m² auf öffentliche Passagen und Höfe. Im Erdgeschoss dominieren Läden und gastronomische Einrichtungen, während in den Obergeschossen hauptsächlich Büros und Wohnungen untergebracht sind: insgesamt 16.600 m² Einzelhandelsflächen, 55.000 m² Büroflächen inklusive Banknutzung sowie 49 Wohnungen auf etwa 6.000 m². Ausschlaggebend für den Gewinn des Wettbewerbes war, dass trotz der Größe des Projektes 60 % des Altbaubestandes und ein Großteil der Fassaden erhalten werden konnte. Der visuell markanteste von der Straße sichtbare Eingriff erfolgte an der historischen Ladenfront zur Theatinerstraße, wo auf Wunsch des Bauherrn eine neue Fassade mit gelochten Faltläden aus einer Bronzelegierung eingeschnitten wurde (Abb.5).

Ladenpassage Fünf Höfe in München
© Frank Kaltenbach