Bibliothek in Vennesla

Zeitgenössische Stadtbibliotheken verstehen sich längst nicht mehr nur als Ort des stillen Lesens und Studierens. Sie sind vielmehr öffentlicher Treffpunkt, so auch die neue Bibliothek mit Café in Vennesla im Süden Norwegens, die an einem Platz im Stadtzentrum liegt. Der Neubau schließt die Baulücke zwischen einem Kino und einem Bildungszentrum, verbindet die Gebäude miteinander und verdichtet zugleich die städtebauliche Struktur. Die große Glasfassade, die sich zur nordöstlich gelegenen Fußgängerzone hin orientiert, wirkt auf den Besucher einladend und bietet in Form einer städtischen Loggia geschützte Sitzmöglichkeiten im Freien. Auf der Rückseite lassen die lamellenartigen vertikalen Sonnenschutzelemente der Südwestfassade das Gebäude zu einem einheitlichen Volumen verschmelzen, das deutlich zwischen den Nachbargebäuden hervortritt. Alle wichtigen Funktionen der Bibliothek sind in einem großzügigen offenen Raum vereint, der seine starke räumliche Identität über die sichtbare Tragstruktur aus Brettschichtholzträgern bezieht. Als eine Symbiose aus Tragwerk, technischer Ausstattung und Möbel zieht sich dieses prägnante architektonische Element durch das gesamte Gebäude und passt sich in seiner Form der Geometrie des Raums und den funktionellen Anforderungen der Bibliothek an.

Bibliothek in Vennesla
© Emile Ashley