In Zusammenarbeit mit dem nationalen japanischen Institut für Umwelttechnologie entwickelten die Architekten ein prototypisches Experimentalhaus als Studie für umweltverträgliche, zukunftsfähige Architektur. Das »Même« genannte Haus mit einer Grundfläche von fast 80 Quadratmetern liegt in unmittelbarer Nähe des neuen Forschungszentrums für umweltgerechte Architektur kalter Klimaregionen, im Süden von Hokkaido, Japans nördlicher Hauptinsel, wo es unter den teils extremen Wetterbedingungen vor Ort getestet wird. Bei der Planung bezogen sich die Architekten auf die »Chise« genannten Wohnhäuser der Ainu, der Ureinwohner Nordjapans. Ihre traditionellen Wohnhäuser waren, im Gegensatz zu den auf der südlichen japanischen Hauptinsel üblichen, meist aufgeständerten Holzkonstruktionen, als erdverbundene »Grashäuser« an Dach und Wand mit einer Schicht aus Riedgras oder Bambusgräsern bekleidet, die auch als Wärmedämmung diente. Die Chise wurden direkt auf dem Erdboden platziert, mit einer Feuerstelle im Zentrum, die permanent in Betrieb gehalten wurde, um die Strahlungswärme des so erwärmten Bodens zu nutzen.
