Zentrum für Alterspsychiatrie in Pfäfers

Markant thront die ehemalige Benediktinerabtei St. Pirminsberg oberhalb des Schweizer Rheintals, schon 1845 entstand hier die gleichnamige psychiatrische Klinik. Der Neubau der Alterspsychiatrie schließt das Ensemble aus barockem Kloster und Klinikgebäuden nun ab. Vor- und Rücksprünge gliedern den Baukörper, brechen die Länge der Fassaden und schaffen so einen Übergang vom großmaßstäblichen Klinikareal zur kleinteiligen Dorfbebauung. Zwischen den massiven Klostermauern und den teils mit Holzschindeln verkleideten traditionellen Häusern vermittelt auch die reliefartige Klinkerhülle. Sie entspringt jedoch vor allem den Anforderungen der Alterspsychiatrie: Für sämtliche Öffnungsflügel, Loggien und die Dachterrasse waren raumhohe Absturzsicherungen vorgeschrieben, die Architekten wollten aber Lösungen vermeiden, die an beklemmende Gitterstäbe erinnern. Sie orientierten sich bei der Gestaltung vielmehr an der anonymen Architektur von Scheunen und Ställen mit auf Abstand gemauerten, luftdurchlässigen Backsteinfassaden. Entsprechend legt sich eine an ein Flechtwerk erinnernde Klinkerstruktur um das ganze Gebäude; eingefasst von horizontalen Betonfriesen werden die perforierten Bereiche wie selbstverständlich integriert. Je nach Perspektive oder Lichteinfall treten offene und geschlossene Bereiche deutlich zutage oder die Fassaden erscheinen homogen.

Zentrum für Alterspsychiatrie in Pfäfers
© Kim Zwarts