In der kargen Landschaft der Extremadura lagern Tabak und Lebensmittel zum Trocknen in »secaderos« – einfachen traditionellen Zweckbauten, deren Ziegelfassaden für die bessere Durchlüftung zahlreiche kleine Öffnungen aufweisen. Diese mit einfachen Mitteln errichteten Bauten dienten den Architekten als experimentelles Vorbild für zwei soziale Wohnbauten, am Ortsrand zwischen kleineren Industriegebäuden, Kirche und Landschaft gelegen. Die Bauaufgabe bestand darin, mit einem Budget von 600 €/m² zwei 3-Zimmer-Wohnungen von jeweils 75 m² zu schaffen. Daher lag es nahe, auf regionale, langlebige Materialien und übliche Bauweisen zurückzugreifen. Die tragende Konstruktion bildet ein Stahlskelett in Kombination mit Stahlbetondecken, während die Fassade aus zweischaligem Ziegelmauerwerk besteht. In der Südfassade filtern stehend vermauerte Lochziegel das Licht, das nur im Winter durch die vier Zentimeter tiefen Löcher auf die innere Fassade fällt. Die Öffnungen sorgen zudem für eine gute Belüftung der Räume. Die hinter der vorgeblendeten Schale liegende Pufferschicht gleicht die extremen Temperaturen im Winter und im Sommer aus. Eine ähnliche Funktion erfüllt der ungedämmte Dachboden, der ebenfalls über die gelochte Ziegelfassade belüftet wird, die randlos bis zur Attika durchläuft und dem weiß verputzten Gebäude eine archaische Erscheinung verleiht.
