Studenten- und Sozialwohnungen in Zwolle

Eine »Emanzipation der unteren Schichten« wollten die Architekten mit ihrem ambitionierten Studenten- und Sozialwohnungsbauprojekt in Zwolle erreichen. Es gelang ihnen, ein prototypisches Gebäude umzusetzen, das trotz des engen Budgets eine luxuriöse räumliche Großzügigkeit bietet. Die Form des Punkthauses ermöglichte eine sehr hohe Kompaktheit mit relativ geringer Fassadenfläche. Die gesparten Kosten flossen in hochwertige Materialien: Anstelle des ortsüblichen Klinkers lassen raumgroße Scheiben aus Wärmeschutzglas mit Schiebeelementen einen »loftartigen« hellen Raumeindruck entstehen und kompensieren so die große Tiefe der Einheiten. Acht Wohnungen pro Etage gruppieren sich um das 26 Meter hohe Atrium. An den attraktiven Gebäudeecken befinden sich die größeren Sozialwohnungen, ost- und westseitig die kleineren Studentenapartments. Im Atrium machen die Architekten aus der Not der Sparmaßnahmen eine Tugend und inszenieren die Rohbauästhetik des Treppenhauses. Akustischer Spritzputz veredelt die Decken, die Wände sind lediglich gespachtelt, Geländer verzinkt und einfache Industrielampen sorgen für eine kostengünstige Beleuchtung. Das intime Atrium dient den Bewohnern als kommunikativer Treffpunkt und in der gläsernen Fassade bildet sich ihre farbenfrohe Individualität nach außen ab.

Studenten- und Sozialwohnungen in Zwolle
© Ulrich Schwarz