Ein Ahnungsloser, wer meint, eine Bibliothek sei nur ein Gebäude für Bücher. Zumal eine wissenschaftliche Bibliothek! Wissenschaftlich arbeiten – lesen, Archivakten durchforsten, sich durchs Dickicht von Datenbanken schlagen und, das Schlimmste, schreiben – all das sind sehr einsame Tätigkeiten. In der Bibliothek aber trifft man seine Freunde, Bekannten, Kollegen, Konkurrenten und all diejenigen, die das eine oder andere davon erst noch werden. Die Bücher bilden dafür den Rahmen und die Ausrede. Das war auch immer so an der Bibliotheca Hertziana in Rom. Diese ist mit 300.000 Bänden und über 1000 abonnierten Zeitschriften und Jahrbüchern zugegeben Italiens umfangreichste Bibliothek für Kunstgeschichte, deren edel latinisierendes »th« den wissenschaftlichen Anspruch und die mittlerweile hundertjährige Tradition dieser sehr römischen deutschen Institution unterstreicht.
