Forschungs- und Entwicklungsgebäude »adidas laces« in Herzogenaurach

Als neuester Baustein fügt sich das Gebäude für rund 1700 Mitarbeiter der Produktentwicklung in den Campus des Sportartikelherstellers adidas in Herzogenaurach, der seit 2006 als globale Firmenzentrale dient. Bereits im Wettbewerb konnten die Architekten mit ihrem Konzept überzeugen, im südöstlichen Teil des Areals als Pendant zum flachen schwarzen Baukörper des adidas »Brand Center« ein schwebendes, klar konturiertes Volumen einzufügen, dessen Büroflächen in spannungsvoll abgewinkelten Riegeln um ein zentrales temperiertes Atrium organisiert sind. Über großzügige Verglasungen öffnen sich die Flächen sowohl zum umgebenden Landschaftsraum als auch zum lichtdurchfluteten Atrium. Auf allen Ebenen wird dieses von filigranen anthrazitfarbenen Verbindungsstegen, den »Laces« durchzogen, die den Baukörper wie die Schnürsenkel eines Sportschuhs zusammenbinden, die Abteilungen über direkte Wegeverbindungen miteinander verweben und damit für eine effiziente Erschließung ohne Querung anderer Arbeitsbereiche sorgen. Dort wo die Stege in die weiß und transparent gehaltene Innenfassade eintauchen, laden farbig akzentuierte »Office Lounges« mit vorgelagerten, zur Landschaft orientierten Loggien zum Verweilen ein. So unterstützt das Gebäude die Interaktion der Mitarbeiter, die notwendige Erschließung geht fließend in Kommunikationszonen über und im gesamten Raumgefüge drückt sich eine offene, kreative Atmosphäre aus. Im Erdgeschoss befinden sich rund um das Atrium Sonderflächen wie Service Point, zentrale Meeting- und Empfangsräume für externe Produkttester sowie das Mitarbeiterbistro mit Außenterrasse. Um das »Innovation Valley«, ein tiefer gelegener, begrünter Hof innerhalb des Atriums, gliedern sich die Produktions- und Entwicklungsabteilungen sowie Produkttestbereiche im Erd- und Untergeschoss an, inklusive besonderer Bereiche zur Betreuung von Vertragsathleten. Die große, als bewachsener Hügel in die Topographie eingebundene Testhalle am östlichen Gebäudeende lässt sich über ein Tor an der Stirnseite zum Außenraum öffnen.

Forschungs- und Entwicklungsgebäude »adidas laces« in Herzogenaurach
© Werner Huthmacher