Johann Friedrich Städel (1728–1816) legte mit seinem Testament den Grundstein für das heutige Städel Museum in Frankfurt. Sein Nachlass regelte nicht nur die »Veröffentlichung« seiner Sammlung, sondern auch die gezielte Ergänzung und Erweiterung – ein weitreichender Gedanke, der in der Folge dazu führte, dass sich die vorhandenen Räume für eine adäquate Präsentation immer wieder als zu klein erwiesen. Zwei Standortwechsel sowie zwei bauliche Erweiterungen des heutigen, nach schweren Kriegsschäden in den 1950er-Jahren auf subtile Art wieder aufgebauten Städel Museums legen Zeugnis von der Entwicklung und Geschichte des Hauses ab. Zur Umsetzung der Entscheidung, die zeitgenössische Kunst entsprechend in die Sammlung zu integrieren, lobte das Städel 2007 einen internationalen geladenen Wettbewerb aus. Die vorhandenen 4000 m² Ausstellungsfläche im Bestand sollten um ca. 3000 m² erweitert werden. Ein Blick auf die vorhandene Bebauung und die parkartigen Freiflächen machten schnell deutlich, dass die größte Herausforderung darin bestand, überhaupt einen sinnvollen Ort für die Erweiterung zu definieren.
