In der wechselvollen Geschichte von Manchester gehört die Entwicklung des Universitätsviertels zu den erfreulicheren Episoden. Um ihre Bedeutung zu verstehen, muss man ins Jahr 1996 zurückgehen, als ein Bombenattentat große Teile der Innenstadt in Schutt und Asche legte. Die Tragödie erwies sich als Katalysator für die weitere Stadtentwicklung. Zum einen beschleunigte sie ohnehin vorgesehene Maßnahmen wie den Abriss einer gigantischen (und in der Bevölkerung verhassten) Shoppingmall im Stadtzentrum und den Bau eines neuen Straßenbahnnetzes. In anderen Fällen gab sie den Anstoß für neue Bauvorhaben. Dazu gehörten auch die Bildungseinrichtungen, allen voran die Neuorganisation und Erweiterung der beiden Universitäten der Stadt. Sowohl die ältere, akademisch ausgerichtete University of Manchester als auch die – mit einer deutschen Fachhochschule vergleichbare – Manchester Metropolitan University (MMU) wuchsen durch die Fusion mit kleineren Institutionen. Die MMU erlangte erst 1992 Universitätsstatus und ist im Grunde bis heute im Aufbau begriffen. Bis 2015 will sie ihre zuvor sieben Standorte zu zweien zusammenlegen: den All Saints Campus unweit nördlich des Zentrums von Manchester sowie einen weiteren in der nordenglischen Stadt Crewe.
