Hinter den ein Meter dicken Mauern des neuen Regierungsgebäudes von Zamora verbirgt sich ein äußerst filigraner Glaskubus. Die Mauern nehmen die Kontur des ehemaligen Klostergartens auf und sind aus dem gleichen hellen Sandstein wie die benachbarte Kathedrale errichtet. Nur wenige Öffnungen verbinden die Umgebung mit dem »Hortus conclusus«. An manchen Stellen berührt der Glaskörper die Mauer, an anderen begleitet er ihren Verlauf, andernorts weitet sich der Zwischenraum zu einem Hof und Bäume erinnern an die ursprüngliche Nutzung. Der entmaterialisierte Eindruck entsteht durch die umlaufende zweischalige Hülle aus VSG-Scheiben in einem Abstand von 75 Zentimetern und den gläsernen horizontalen Dachrand. Kein sichtbares Profil stört die minimalistische Ausführung, da die Scheiben mit Silikonfugen verbunden und im Boden in versenkten Schienen eingelassen sind. Im Obergeschoss steifen elegant in den Deckenstirnseiten eingefügte VSG-Schwerter an den Scheibenstößen die Konstruktion aus. Dort verbirgt sich ein System aus Stahlprofilen, die die gläserne Hülle mit den massiven Rippendecken verbinden. Neben dem innenliegenden Sonnenschutz sorgen die Bäume im Hof und die nahen Mauerflächen für eine Verschattung der Glasfassade. Im Inneren setzt sich die reduzierte Gestaltung mit homogenen weißen Oberflächen und Milchglasscheiben fort.
