Das aus einem Wettbewerb hervorgegangene Projekt ist Bestandteil der »Université 2000« auf dem Campus von Grenoble. Es reiht sich ein zwischen andere neue Gebäude entlang der Achse der Universität und wurde in zwei Phasen realisiert. Der westliche Baukörper funktionierte zunächst als eigenständiges Gebäude. Fünf Jahre später schließlich entstand in 13 m Abstand ein gleichartiger, etwas kleinerer Gebäudeteil. Schmale Wintergärten, die den Nord- und Südfassaden der Obergeschosse vorgelagert sind, fassen die Baukörper zu einem einzigen Gesamtvolumen zusammen. Über den so entstandenen Innenhof hinweg verbinden drei geschlossene Stege die oberen Geschosse. Durch die transparenten Fassaden öffnet sich das Gebäude zum Campus und zur Umgebung – der Unterricht findet vor dem Hintergrund der »Hautes Montagnes« statt, die Grenoble umgeben. An den Hauptfassaden wird der Blick gefiltert durch die bepflanzten Gewächshäuser. An der Südseite sind sie mit Bougainvillea, im Norden mit verschiedenen Bambusarten bepflanzt, was den Räumen eine unterschiedliche Atmosphäre verleiht. Der Unterhalt der Gewächshäuser ist denkbar einfach. Sie werden automatisch bewässert, belüftet und beheizt, wie bei der professionellen Pflanzenzucht. Im Inneren des Gebäudes herrscht der Ausdruck des wirklich Notwendigen, Nützlichen und Wichtigen – aufwändige Details wurden zugunsten räumlicher Qualität und Lichtstimmung vermieden. Die Tragstruktur des Gebäudes besteht aus einfachen, vorgefertigten Stahlbetonteilen. Die kostenbewusste Planung gestattete eine räumliche Großzügigkeit ohne Einschränkungen bei der Ausstattung. So konnten zusätzliche Unterrichtsräume, eine größere Halle und geräumige Flure mit gut nutzbaren Aufenthaltszonen realisiert werden. Innerhalb der zurückhaltenden Atmosphäre und Strenge der Konstruktion erscheinen die Gewächshäuser mit dem Farbspiel der Pflanzen als überraschendes und poetisches Element.
