Veterinärgrenzstation in Spielfeld

Seit dem EU-Beitritt Österreichs liegt der Grenzübergang Spielfeld an der südöstlichen Außengrenze der EU zu Slowenien. Hier besteht neben dem normalen Warenverkehr auch die Möglichkeit der Ein- und Ausfuhr von lebendem Vieh und tierischen Produkten. Die seit langem bestehenden Einrichtungen für die LKW-Abfertigung entsprachen allerdings nicht mehr den heutigen Anforderungen, deshalb wurden sie durch zwei Neubauten ergänzt und teilweise integriert. Anders als bei vielen anderen Stationen stehen die Baukörper parallel zur Fahrtrichtung und symbolisieren somit eine »offene« Grenze. Die neue Veterinärgrenzstation hat eine voraussichtliche Nutzungsdauer von nur 10 –15 Jahren (EU-Osterweiterung), weshalb die Mittel für die Errichtung beschränkt waren. Um den temporären Charakter zu unterstreichen, ist die einfache Stahl- und Trapezblechkonstruktion sowohl im Dach- als auch im Wandbereich mit einer Kunststoff-Folie bespannt. Wände mit einer erhöhten Prallschutzanforderung sind in Ortbeton ausgeführt und teilweise ebenfalls überspannt. Auf eine herkömmliche Attikaausbildung wurde verzichtet, das Regenwasser läuft direkt über die Fassade ab. So entsteht an der Oberfläche eine Textur, die sich ständig verändert und so die hohe Luftverschmutzung sichtbar macht. Dieser »Strichcode« wird sich mit der Zeit zu einer schwarzen Fläche verdichten.

Veterinärgrenzstation in Spielfeld
© Paul Ott