Die Lofträume eines alten Industriegebäudes im 7. Wiener Gemeindebezirk werden heute zum Großteil von Architekten und Künstlern als Ateliers genutzt. Der Zugang zum Büro im erhöhten Erdgeschoss zweigt von einem breiten, dunklen Gang ab, der gleichzeitig Durchfahrt zum Hinterhof ist. Die Architekten setzten in den ersten Vorraum, von dem aus eine kleine Treppe nach oben in den Arbeitsraum führt, eine zweite Haut in Form einer teilweise von hinten beleuchteten Kunststoffröhre ein. Eine auf Bootsbau und Kunststoffverarbeitung spezialisierte Firma stellte den zu beiden Seiten offenen Rohling her. Fertige GFK-Platten wurden hierzu in der Werkstatt in die richtige Form verspannt und im Spritzverfahren mit mehreren Schichten Glasfaserkitt versehen. Nach Abbruch der bestehenden Eingangstür wurde die unbeschnittene Röhre in Position gebracht und erhielt ihre Form und Stabilität letztendlich durch Ausschäumen der Leerräume zwischen Kunststoff und Mauerwerk. Erst nach dem Einsetzen der schräg fahrenden, gläsernen Schiebetür wurde die Röhre vor Ort abgelängt und die bündig mit der Mauer laufende Schnittkante mit einer Bürstendichtung verklebt.
