Kindertagesstätte in Berlin

Im Zuge der Umgestaltung des Hausvogteiplatzes in Berlin-Mitte wurde die ursprüngliche Kindertagesstätte aufgrund veränderter Grundstücksbedingungen zugunsten des kleineren Neubaus abgerissen. Die für diese Bauaufgabe relativ untypische kompakte Bauform entstand als Reaktion auf die im Norden angrenzende Blockrandbebauung und die Zeilenbauten im Süden des Viertels. Der klar definierte Baukörper kann sich trotz des kleinen Volumens gegen das städtische Umfeld behaupten. Um den geschlossenen Kubus zum Gartenbereich zu öffnen, wurde in der Mitte des Quaders ein abgetreppter Innenhof angelegt. Über eine außen liegende Treppe und zwei Terrassen sind so alle Etagen mit dem Garten verbunden. Die Innenhofwände sind in hellem Sichtbeton ausgeführt, während die Außenfassaden dunkelrot verputzt wurden. Eine Besonderheit sind die auf allen Seiten auskragenden Erker. Sie verleihen den Fassaden Plastizität und Struktur. Im Inneren dienen sie als Spielnischen. Mit einer Höhe von 1,20 m sind sie dabei ausschließlich den Kindern vorbehalten. Mit rot lackiertem Holz verkleidet und knapp über Bodenniveau angeordnet sind sie räumlich differenziert gestaltet. Auch die Flure werden zu Spielflächen, da sie mit 2,60 m wesentlich breiter sind als für Verkehrsflächen nötig wäre. Die Fensterlaibungen sind hier so niedrig, dass sie zu »Spielbänken« werden.

Kindertagesstätte in Berlin
© Werner Huthmacher