Das viergeschossige »Garagengebäude für Elektromobile« wurde 1906 als eine der ersten Eisenbetonkonstruktionen in München über dem Glockenbach errichtet. Im Laufe der Jahre hatten verschiedene Eigentümer im Inneren bauliche Veränderungen vorgenommen und Straßenzugang und Erdgeschoss bis auf schmale Fensterbänder vermauert. Der Umbau des gesamten Gebäudes für eine Werbeagentur mit 60 Mitarbeitern wurde als Großraum konzipiert, eine adäquate Büroform für kreative Teamarbeit. Dabei folgen die Arbeitskojen der Obergeschosse der Einteilung der ehemaligen Stellplätze. Die Straßenfassade wurde in Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde wieder geöffnet, der Raum der Cafeteria (den die Agentur selbst einrichtete) lässt die ehemalige Hofdurchfahrt wieder erlebbar werden. Die Realisierung erfolgte unter großem Zeitdruck – sechs Monate von der Auftragserteilung bis zur Bauübergabe – und mit minimalem Budget. Sämtliche gängigen Möbelsysteme erwiesen sich als zu teuer: Die Lösung war »die Kiste«: Aus einfachen Transportkisten, wie sie Speditionsfirmen verwenden, haben die Architekten ein eigenes Möbelkonzept entwickelt. Dabei beziehen sich die Würfel in einfacher und doppelter Größe sowohl auf menschliche Maße als auch auf DIN-Formate. Die Verwendung von Phenolharzplatten machte eine zusätzliche Oberflächenbehandlung überflüssig, helle Schnittkanten kontrastieren mit den dunklen Flächen. Ohne konventionelle Beschläge oder Verleimungen wurden mehr als 2500 Kisten nur durch Spanngurte zu funktionellen Gruppen für Arbeit, Archiv oder Besprechung verbunden.
