Das alte Messner- und Schulhaus in Hohenweiler in Vorarlberg bildet mit der gotischen Pfarrkirche, dem Pfarrhaus und dem Dorfbrunnen ein qualitätvolles Ensemble. Genutzt wurde es als Wohnhaus des Messners, als Gemeindehaus und bis 1901 auch als Schulhaus. Es handelt sich um einen typischen zweigeschossigen Rheintaler Bauernhof, der über dem gemauerten Sockel in Strickbauweise errichtet ist. Im Inneren besticht das Haus vor allem durch die Wohnräume im Erdgeschoss und die große getäfelte Stube im Obergeschoss, in der sich noch alte viergeteilte Fenster mit zarten Sprossen erhalten haben. Ein ortsansässiges Ehepaar mit drei Kindern erkannte den Wert des 1774 erbauten Gebäudes und setzte sich für dessen Erhalt ein. Sie entschlossen sich, es zu kaufen und zu restaurieren. Sowohl den Bauherren als auch dem Denkmalamt war es wichtig, bestimmte vorhandene Teile nicht zu verändern. Der Grundriss konnte großteils erhalten bleiben, angrenzende Teile des früheren Stallgebäudes wurden zu Sanitär- und Technikräumen umgebaut. Bei der Restaurierung wurde versucht, möglichst viele Details zu bewahren und fachgerecht zu reparieren: Türen, Böden und Innenfenster wurden saniert, fehlende Vorfenster ersetzt. Das Zentrum des Hauses bildet eine auf beiden Geschossen von Norden nach Süden durchgehende Diele; sie ist Erschließung, Wohn- und Arbeitsraum. Der Hauseingang wurde nach Norden verlegt; damit ergab sich an der Südseite ein privater Gartenbereich, der sich zum Kirchplatz durch einen Niveausprung abgrenzt. Der Innenausbau besteht vollständig aus Weißtanne, einer regionalen Holzart, die mit der Zeit einen grauen Ton annehmen wird. Dämmschichten unter den neuen Schindeln an den Außenwänden, die Sanierung der Fenster und die Abgrenzung zu den Kaltbereichen verbessern den Energiehaushalt. Bei der Ausbesserung des Dachdeckung konnte auf alte Ziegel zurückgegriffen werden, die dem Dach einen lebendigen Charakter verleihen.
