Bericht: Haus Muche-Schlemmer in Dessau

Im Rahmen ihres Denkmalprogramms für die neuen Bundesländer konnte die Wüstenrot Stiftung mittlerweile acht von fünfzehn Sanierungsprojekten fertig stellen. Zuletzt wurde im März 2002 das von Walter Gropius in Dessau errichtete »Muche-Schlemmer-Haus« wieder eröffnet. Zu Beginn der Sanierung stand die Überlegung, ob eine Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes von 1927 angestrebt werden sollte oder jener von 1939, als die Nationalsozialisten unter anderem die senkrechten Fensterbänder vor den Treppenhäusern vermauert, die Dachlandschaft begradigt und die Atelierfenster verunstaltet hatten. Resultat sorgfältiger Untersuchungen war schließlich, die äußere Architekturgestalt sensibel wieder herzustellen und gleichzeitig wesentliche Zeitspuren der Bau- und Nutzungsgeschichte zu bewahren. Auf brachiale Eingriffe wurde verzichtet, um die Patina des Hauses zu bewahren: So konnten der originale Außenputz erhalten, noch vorhandene Fenster, Türen und Beschläge aufgearbeitet, Linoleumböden ausgebessert werden. Schlemmers Wohnzimmer zeigt sich wieder in den »De Stijl«-Farben blau-gelb-rot, das Schlafzimmer im Haus Muche präsentiert sich wie damals: ganz in schwarz. Als künftige Nutzer sind das Designzentrum Sachsen-Anhalt und die Gäste der Stiftung Bauhaus Dessau vorgesehen.

Bericht: Haus Muche-Schlemmer in Dessau
© Thomas Wolf