Wohn- und Bürohaus in Wien

Der Wohn- und Bürokomplex an einer engen, stark befahrenen Straße im 7. Wiener Gemeindebezirk folgt der traditionellen Bebauungsstruktur des Viertels. Hinter einer geschlossenen Blockrandbebauung siedeln Kleingewerbe und kleine Büros. Das Wiener Architektenpaar interpretierte dieses Gefüge für die heutigen Bedürfnisse von Investoren und Nutzern neu, verdichtete stark und brachte mit der Begrünung der Innenhofdächer einen ungewohnten Aspekt in die städtische Umgebung: die künstliche Landschaft. Fast die gesamte Grundfläche wurde überbaut. Hinter dem Wohnriegel, der die Straße flankiert, erheben sich die Büroräume so aus dem Boden, dass es scheint, sie hätten sich aus eigener Kraft mitsamt Vegetation aus dem Boden gestemmt. Zwischen diesen grünen Bändern ergeben sich zahlreiche Zwischenräume, die als Höfe nutzbar sind und für ausreichend Tageslicht sorgen. Auch die Gründächer sind allesamt begeh- und bespielbar. Die Grenzen zwischen Urbanität und Natur verwischen, Wohnen, Arbeiten und Erholung treffen auf engstem Raum harmonisch zusammen. Das Dach wird zum Boden, zur Spielwiese und die nutzbare Hoffläche um ein Vielfaches vergrößert. Die Wohnungen in dem siebenstöckigen Wohnriegel haben zum Hof hin kleine Balkone mit gläsernen Brüstungen, die das Grün reflektieren und in die Wohnräume weiter transportieren. Über die Tiefe von 15 Meter sind die Wohnungen um zwei Erschließungskerne als Drei- bzw. Vierspänner organisiert. An der lauten Straße bilden Loggien eine Pufferzone, die hinter der Straßenfassade aus künstlerisch gestaltetem, bedrucktem Glas sitzen. Jeder dieser nutzbaren Zwischenräume hat stellenweise einen zweigeschossigen Luftraum, der für mehr Licht und Großzügigkeit sorgt. Großzügig und hell sind auch alle notwendigen Erschließungsbereiche, die – wie die Grün- und Hofflächen – zu kommunikativen Zonen werden können. Selbst die Tiefgarage wurde von einer Künstlerin farbig gestaltet und fügt sich in die neue Stadtlandschaft ein.

Wohn- und Bürohaus in Wien
© Margherita Spiluttini