Wohnhaus in Langenzersdorf

Das Wohnhaus für eine sechsköpfige Familie liegt auf einem schmalen, nach Süden abfallenden Hanggrundstück in einem Weinanbaugebiet oberhalb Wiens. Ein ehemaliges kleines Winzergebäude und eine befahrbare Rampe, die den nördlich gelegenen Weinhang erschließt, bestimmen Lage und Kubatur des Gebäudes. Es setzt sich zusammen aus einem massiven Stahlbetonkern – der Speichermasse – und daran angefügter Pfosten-Riegel-Konstruktion mit außen bündig sitzenden Holz- und Glaspaneelen und nutzt passiv Solarenergie. Die gebäudehohe Südwand des Massivabsorbers, belegt mit dichtem, schwarzem Dolomit, wird über ein schräges Oberlicht, das oberhalb der Wohnhalle liegt, der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Die Speichermasse sorgt zusammen mit der beheizbaren Fundamentplatte für die Grundwärmeversorgung des Gebäudes, sodass die Niedertemperatur-Flächenheizung nur bei Spitzenbedarf voll betrieben werden muss. Eine Umluftanlage, die Warmluft am Absorberkopf ansaugt und an der großen Glasfläche im Osten wieder ausbläst, unterstützt das passive Konzept. Manuell zu öffnende, zahlreich über die Fassade verteilte Holzklappen helfen, die natürliche Luftzirkulation aktiv zu beeinflussen. Die Fenster, die ausschließlich festverglast sind, sind mit innen liegenden, textilen Sonnenschutzelementen ausgestattet.

Wohnhaus in Langenzersdorf
© Erwin Reichmann