Anstatt die Mediothek wie vorgesehen in der sanierten ehemaligen Turnhalle aus dem 19. Jahrhundert unterzubringen, erweiterten die Architekten die Kantonsschule um ein Gebäude, das wie ein großes Möbel in seinem historischen Umfeld steht. Sie orientierten sich an der räumlichen Stimmung klassischer Bibliotheken. So entstanden keine mit Regalen möblierten Räume, sondern ein Haus aus Regalen. Die Holzregale sind Teil des Tragwerks – Tragwerk und Innenausbau gehen ineinander über. Da die Regale auch die Struktur der Längsfassaden bestimmen, bildet sich die Nutzung des Gebäudes eindeutig nach außen ab. Gleichzeitig findet sich das Aufbauprinzip von Seitenwand und Fachboden im Gesamtbaukörper mit seinen geschlossenen Seitenwänden wieder. Diese sind ebenso wie die Zwischendecke und das Dach aus vorgefertigten Holz-Kastenelementen konstruiert. Die Regalseiten aus Furnierschichtholz sind zugleich tragende Stützen der Konstruktion. Als Zugelemente tragen sie auch die von der Dachkonstruktion abgehängte Auskragung des Obergeschosses. Außenwände und Dach sind mit Zelluloseflocken hoch gedämmt. Eine kontrollierte Raumlüftung mit Wärmerückgewinnung und ein extrem niedriger U-Wert der Verglasungen sorgen zusätzlich für einen geringen Energiebedarf nach Schweizer »Minergie«-Standard.
