Wochenendhaus in Karuizawa

Es sieht fast aus wie in einem Märchen: Das filigrane Wochenendhaus steht mitten in einem Waldgrundstück, eine Autostunde von Tokio entfernt. Das Gelände ließ sich wegen angrenzender Straßen und steiler Hanglage nicht verkaufen, erst durch die Bebauung mit dem Wochenendhaus des jungen Architekturbüros TNA fanden sich in kürzester Zeit Interessenten. Im Miniturm mit einem Panoramablick von 360° können sie nun die umgebenden Bäume auf drei Ebenen genießen. Das Haus scheint ohne vertikale Elemente auszukommen, auch die Geschosse sind nicht ablesbar. Ob Küchenzeile, Treppenpodest, Geschossdecke oder Holzofen, alles versteckt sich hinter den 28 bis 125 cm hohen Brettschichtholzbändern. Diese sind biegesteif mit den schlanken 12 /12 cm tiefen, aber über 10 m hohen Stützen verschraubt. Die vorgefertigte Vierendeelkonstruktion der Fassade benötigt besonders steife Verbindungen, um auf Diagonalen verzichten zu können. Möglich machten dies ringförmige Einlassdübel, die Bänder und Stützen zu einer Einheit verschmelzen. Im teilweise eingegrabenen Erdgeschoss sind die Stützen mit dem massiven Sockel verschraubt. Vor der Konstruktion sorgt eine gebrannte Schalung aus Zedernholz für eine ruhige Erscheinung. Dazwischen laufen die gläsernen rahmenlosen Bänder: So entsteht eine sinnliche Transparenz ganz im Wortsinn der »Durchsicht« durch das ganze Gebäude.

Wochenendhaus in Karuizawa
© Shinkenchiku-sha