Rathauserweiterung in Århus

Die Rathauserweiterung mit 14.000 m² zusätzlicher Fläche befindet sich innerhalb eines neuen Stadtviertels nahe beim ¹rhuser Hauptbahnhof. Um die große Masse maß-stäblich in die Umgebung einzufügen, gliederten die Architekten den Baukörper durch kräftige Einbuchtungen an allen Gebäudeseiten. Zusätzlich setzten sie für die Oberfläche dieser Rücksprünge mattiertes Glas ein, das sich deutlich von den dunklen, rotbraunen Ziegeln der übrigen Fassadenflächen abhebt. Die Gläser wurden nach Entwurf des Künstlers Finn Skødt bedruckt. Alle Büros konnten nach außen orientiert werden, mit Blick zur Stadt anstatt in einen Innenhof. In jedem Gebäudeflügel liegen zwischen den Büros Warte- und Kommunikationszonen. Inspiriert von Arne Jacobsens und Erik Møllers ¹rhuser Rathaus von 1942 entwarfen die Architekten eine große, glasgedeckte Halle im Zentrum des Baus. Aus diesem öffentlichen Foyer gelangen Besucher über einen der drei verglasten Aufzüge oder über die schlanke Haupttreppe in die oberen Geschosse. Die Treppenläufe spannen frei zwischen feinen Verbindungsstegen, die die Halle in jedem Geschoss durchqueren. Treppenläufe und Stege sind in faserverstärktem Beton ausgeführt. Der eingesetzte Komposit-Baustoff enthält neben sehr dicht gelegter Rippenstahl-Bewehrung einen hohen Anteil an Bewehrungsfasern (bis zu 6%). Er wird wie Beton gefertigt und eingebaut, seine Festigkeitseigenschaften können jedoch denen von Stahl nahe kommen. Treppe und Stege bestehen aus Mittelträgern mit freitragenden Tritten oder Laufplatten und sind mit Eschenparkett belegt. Ihre zarte Profilierung trägt wesentlich zur großzügigen Wirkung des Innenraumes bei.

Rathauserweiterung in Århus
© Ivar Mjell