Patiohäuser in Amsterdam

Wie ein »Luxusdampfer« liegt das neue Wohngebäude von Josep Lluís Mateo im ehemaligen Hafen von Amsterdam. Diesen Eindruck erweckt es durch die privilegierte Lage am Kopf der Halbinsel Borneo und durch das kompakte langgestreckte Bauvolumen. Hinter dem geschlossenen Baukörper verbergen sich schmale Wohneinheiten in Form von Reihenhäusern, die »back to back« angeordnet dem ganzen Block eine sehr hohe Dichte verleihen. Im Erdgeschoss ist die Grundstücksfläche komplett überbaut, während aus den zwei oberen Geschossen kleine private Innenhöfe ausgeschnitten sind. Diese wechseln sich variantenreich mit Gärten und Terrassen ab, sodass trotz der strengen Anordnung der Tragstruktur eine vielfältige Dachlandschaft entsteht. Die mediterran anmutenden Patios sind jedoch nicht die Idee des spanischen Architekten, sondern eine der vielen Vorgaben des niederländischen Masterplaners. An den Entscheidungsprozessen waren außerdem die Stadt Amsterdam und der Bauherr, der zugleich Bauunternehmer ist, beteiligt. Mit dem niederländischen Bauherrn und dem spanischen Architekten trafen zwei Welten aufeinander, die sich trotz anfänglicher Reibungsverluste gut ergänzten: Die Holzbaufirma garantierte die präzise Ausarbeitung der Details und die Einhaltung der niederländischen Vorschriften, während Mateo für eine spannende Kombination aus Purismus, Konsequenz und südländischer Lockerheit sorgte.

Patiohäuser in Amsterdam
© Duccio Malagamba