Punkthäuser in Innsbruck

Von Bergen umgeben im weiten Tal des Inns liegt Innsbruck, die Hauptstadt Tirols. Längst ist die Bevölkerung über die engen Stadtmauern der mittelalterlichen Altstadt hinausgewachsen und droht, die idyllische Natur vollends zu zersiedeln. Es gehört schon ein politischer Wille dazu, in einer so bevorzugten Lage die letzten freien Grundstücke nicht als Einfamilienhausgebiete auszuweisen, sondern dem sozialen Wohnungsbau vorzubehalten. Am westlichen Stadtrand direkt vor den bewaldeten Ausläufern der nördlich gelegenen Gebirgskette liegt die Siedlung am Lohbach. Die sechs Punkthäuser sind schachbrettartig versetzt und in der Höhe zum Hang hin gestaffelt, damit die Sonne tief in die Höfe gelangen kann. Rundumlaufende Balkone schaffen geschützte Freibereiche, überraschende Durch- blicke nach mehreren Seiten sorgen trotz der hohen Dichte für eine enge Beziehung zur Landschaft. Solarkollektoren und kontrollierte Wohnungslüftung sind nur einige Komponenten des innovativen Haustechnikkonzeptes, das zuvor bei wesentlich kleineren Siedlungen erprobt wurde. Die konsequente Vereinfachung und Typisierung der kostenrelevanten Bauteile ermöglichte die Verwendung hochwertiger Materialien und einen im sozialen Wohnungsbau ungewöhnlich hohen Ausbaustandard.

Punkthäuser in Innsbruck
© Eduard Hueber